Zertifikatskurs Jugendhilfeplanung

Vollständiger Titel:
Zertifikatskurs Jugendhilfeplanung
Kursnummer:
JP4049   freie Plätze (freie Plätze)
Veranstaltungszeitraum:
12.06.2018 (Di.) - 03.04.2019 (Mi.) , 12:30 Uhr - 13:00 Uhr
Ansprechpartner (inhaltlich):
Johannes Schnurr (Telefon )
Ansprechpartner (organisatorisch):
Katrin Pöhler (Telefon 0251/2007990)
Zielgruppe:
Sozialpädagog(inn)en, Sozialarbeiter/innen, Diplom-Pädagog(inn)en und Sozialwissenschaftler/innen, die ihren beruflichen Fokus auf die Jugendhilfeplanung in Jugendämtern richten
Teilnehmerzahl:
16 - 20
Anmeldeschluß:
25.05.2018 (Fr.)
Gebühren:
Tagungsgebühr 2.950,00 €
Verpflegung (obligatorisch) 479,00 €
Übernachtung 679,00 €
Veranstaltungsort:
Jugendgästehaus Adolph-Kolping Dortmund, Silberstraße24-26, Dortmund
Beschreibung:
Das Angebot

Seit 1991 gibt es die Jugendhilfeplanung, eine anspruchsvolle Aufgabe für die kommunalen Jugendämter. Im SGB VIII wurde sie konzipiert als beteiligungsorientierte und wissensbasierte Fachplanung mit einem klaren Fokus auf die Interessen von Kindern, Jugendlichen und Familien. Zahlreiche Elemente einer modernen Sozialplanung wurden hier bereits vor 20 Jahren in die Regelpraxis der Kommunalen Planung eingeführt, insbesondere die Beteiligung von Nutzern und Akteuren und Rolle der Kommune als Moderatorin eines kommunalpolitischen und fachpolitischen Steuerungsdiskurses. Auch die Idee einer integrierten Kommunalen Planung ist in diesem Konzept mit angelegt: Jugendhilfeplanung soll mit anderen kommunalen Fachplanungen verbunden werden. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Fachkräfte in diesem Aufgabenfeld vor allem in Bezug auf ihre Rolle und Aufgabe innerhalb der Kommunalverwaltung und im System der örtlichen Jugendhilfe.
Das Institut für Sozialarbeit e.V. (ISA Münster) hat sich bereits vor dem Inkrafttreten des SGB VIII mit Fragen der Jugendhilfeplanung beschäftigt. Darauf aufbauend führt das Institut - seitdem die gesetzliche Planungsverpflichtung besteht - im gesamten Bundesgebiet Planungsprojekte durch und unterstützt die lokalen Akteure bei der Wahrnehmung ihrer Planungsverantwortung. Den Zertifikatskurs Jugendhilfeplanung führen wir seit 1997 gemeinsam mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS Frankfurt/Main) als Qualifikationsmaßnahme für Planungsfachkräfte in der Jugendhilfe durch.
Der 14. Kinder und Jugendbericht der Bundesregierung fordert, dass die Jugendämter „zu lokalen strategischen Zentren für Fragen des Aufwachsens“ werden. Er weist darin der Jugendhilfeplanung eine zentrale Rolle zu Sie wird zunehmend mit der Strategieentwicklung in hochkooperativen Handlungsfeldern wie z. B. im Kinderschutz oder in der Zusammenarbeit zwischen dem Bildungs- und den Jugendhilfesektor betraut und wird somit ein bedeutender und kompetenter Akteur in der ressortübergreifenden kommunalen Planung. In der Praxis kann außerdem beobachtet werden, dass sie mit der Einführung von Instrumenten des Controllings, Berichtswesens, der Qualitätssicherung und der Weiterentwicklungen im Management öffentlicher Verwaltungen in die Steuerungsprozesse des Jugendamtes eingebunden wird.
Jugendhilfeplanung ist seit ihren Anfängen Netzwerkakteur. Sie agiert vielfach in nicht hierarchisch sondern kooperativ strukturierten Systemen (Netzwerken), in denen unterschiedliche Institutionen zusammenwirken. Im BuKischG wurde die Netzwerkarbeit im Kinderschutz zur Aufgabe des Jugendamtes erklärt, vielerorts übernimmt die Jugendhilfeplanung diese Aufgabe. Sie braucht deshalb ein Verständnis von der Funktion von Netzwerken und Kompetenzen im Netzwerkmanagement. In ähnlicher Weise arbeitet sie in sozialräumlichen Bezügen, hat also theoretisches Wissen und praktische Kompetenzen entwickelt, die in der Netzwerkarbeit gebraucht werden.
Vor diesem Hintergrund werden die Anforderungen an eine aktuelle Planungspraxis deutlich. Für eine Etablierung der Jugendhilfeplanung als unverzichtbares Planungs- und Steuerungsinstrument auf kommunaler Ebene ist es notwendig, dass sie Basisdaten vorhält, fortschreibungsfähige Datenkonzepte entwickelt und ein professionelles Berichtswesen erstellt. Zudem muss sie in der Lage sein, vernetzt zu planen und komplexe Kooperationsstrategien zu implementieren, zu moderieren und zu pflegen. Von den Planungsfachkräften wird erwartet, dass sie sowohl über sozialwissenschaftliche Kompetenzen verfügen, sich auskennen in der Welt der Kommunalverwaltung, fachlich sicher in der Jugendhilfe agieren können und besondere Kommunikative Fähigkeiten mitbringen.
Der hier vorgestellte Zertifikatskurs qualifiziert mit Blick auf die genannten Kompetenzen für die aktuelle Praxis der Jugendhilfeplanung. Er ist zukunftsorientiert ausgerichtet und vermittelt zielgruppenspezifisch die neusten fachlichen Standards und Anforderungen. Er nimmt einerseits Bezug auf die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen öffnet aber auch den Blick für aktuelle und zukünftige Entwicklungen in einem vielfältigen und anspruchsvollen Arbeitsgebiet. Ein Schwerpunkt der Qualifizierung liegt darüber hinaus in der intensiven Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit ihrer Rolle und ihren Aufgaben an ihrem Arbeitsplatz.
Das Angebot der Intensivausbildung besteht aus insgesamt 15 Seminartagen verteilt auf fünf Seminarblöcke (5 x 3 Tage). Zwischen den Seminarblöcken erledigen die TeilnehmerInnen themenspezifische Aufgaben. An drei Modulen wird es ein Zeitfenster für ein Rollencoaching mit erfahrenen Trainern geben, um die Arbeit vor Ort reflektieren zu können. Im Rahmen des Abschlusskolloquiums am Ende der Seminarreihe ist von jedem Teilnehmer/ jeder Teilnehmerin ein eigenes Planungsprojekt vorzustellen.


Das Konzept und die Seminarinhalte
Das Kurskonzept wurde in der langjährigen Geschichte der Qualifizierungsreihe ständig weiterentwickelt. Die Weiterbildung gliedert sich in 5 Seminarblöcke, die durch Beiträge von Experten aus Wissenschaft und Praxis mitgestaltet werden. Die Veranstaltungen beginnen jeweils am ersten Tag um 13:00 Uhr und enden am letzten Tag um 13:00Uhr.

Seminar 1: Grundlagen und fachliche Standards der Jugendhilfeplanung
Termin: 12. – 14. Juni 2018
· Rechtliche und fachliche Grundlagen der Jugendhilfeplanung
· Rolle und Aufgabe der Planungsfachkraft
· Organisation von Planungsprozessen

Seminar 2: Daten erheben, auswerten, interpretieren
Termin: 17. – 19. September 2018
· Von der Fragestellung zur Steuerung: Wissensbasierung in der Jugendhilfeplanung
· Amtliche Jugendhilfestatistik und öffentliches Berichtswesen zur Jugendhilfe
· Erhebung und Darstellung von Indices und komplexen Kennzahlen

Seminar 3: Jugendhilfeplanung als fachpolitischer Steuerungsdiskurs in der Kommune
Termin: 26. – 28. November 2018
· Rechtliche und organisatorische Prämissen für kommunale Fachplanung in der Jugendhilfe
· Gelingendes Aufwachsen in der Kommune planen und steuern
· Planungsbeteiligung von Akteuren und Adressaten in der Jugendhilfe

Seminar 4: Jugendhilfeplanung und integrierte kommunale Sozialplanung
Termin: 05. – 07. Februar 2019
· Jugendhilfeplanung und integrierte Kommunale Sozialplanung
· Präventionsstrategien in der Kommunalen Sozialplanung
· Jugendhilfeplanung und Bildungsplanung
· Jugendhilfeplanung und Gesundheitsplanung

Seminar 5: Besondere Themen der Jugendhilfeplanung, Abschlusskolloquium, Zertifikatsverleihung
Termin: 01. – 03. April 2019
· Jugendhilfeplanung und Evaluation
· Vorstellung der Planungsprojekte
· Ergebnissicherung und Zertifikatsverleihung

Mitwirkende Experten
Unter anderem wurden folgende Personen für die Mitwirkung an der Weiterbildung angefragt:
· Dr. Axel Iseke, Gesundheitsamt Münster
· Manfred Stankat, Jugendamt Kreis Segeberg
· Volker Kersting, Ruhr-Universität Bochum (ZEFIR)
· Prof. Dr. Reinard Liebig, Hochschule Düsseldorf
· Prof. Dr. Stefan Maykus, Hochschule Osnabrück
· Dr. Jens Pothmann, Technische Universität Dortmund
· Stefan Schmidt, Schmidt Evaluation
· Prof. Dr. Christian Schrapper, Universität Koblenz
· Wolfgang Kleemann, ISS Frankfurt/Main
· Wolfgang Rüting, Jugendamt Kreis Warendorf, ISA e.V.
· Ilona Heuchel, ISA e.V.

Kursleitung
Die fachliche Leitung der Fortbildung liegt bei Dr. Erwin Jordan (ISA Münster). Die fachliche Leitung ist bei allen Seminareinheiten anwesend.

Voraussetzungen und Zielgruppe
Die Fortbildungsreihe richtet sich in ihrer Kombination aus Basiswissen, Fachtheorie und Reflexion der Planungspraxis an Sozialpädagog(inn)en, Sozialarbeiter/innen, Diplom-Pädagog(inn)en und Sozialwissenschaftler/innen, die ihren beruflichen Fokus auf die Jugendhilfeplanung in Jugendämtern richten, erst relativ kurze Zeit in diesem Arbeitsbereich tätig sind und sich die erforderlichen Kenntnisse rasch und umfassend aneignen wollen bzw. nach einer längeren Zeit der Berufsausübung ihre Kenntnisse abrunden und auf den aktuellen Stand der fachlichen Entwicklung bringen wollen. Die kompakte Präsentation und Arbeitsweise ermöglicht es den Teilnehmer/innen, die wesentlichen grundlegenden und aktuell praxisrelevanten Anforderungen an Jugendhilfeplanung schnell in ihre berufliche Praxis umzusetzen. Dabei werden unterschiedliche Ausgangslagen der Teilnehmer(innen) (z. B. Vorkenntnisse und Arbeitsschwerpunkte) in der Kursplanung berücksichtigt.
Im Rahmen des Anmeldeverfahrens werden formalen Abschlüsse sowie berufliche Vorerfahrungen und die Tätigkeit im Arbeitsfeld Jugendhilfeplanung erfragt.

Fortbildungsberatung:
Die Möglichkeit der Fortbildungsberatung sollte wahrgenommen werden. Ansprechpartner im ISA Münster ist Johannes Schnurr (johannes.schnurr@isa-muenster.de).

Teilnehmer(innen)zahl
Zu dieser Ausbildung werden maximal 20 Teilnehmer(innen) zugelassen. Melden sich mehr Teilnehmer(innen) an, entscheidet die fachliche Leitung über die Zulassung.

Veranstaltungsort:
Alle Seminare finden im „Jugendgästehaus“, Silberstraße 24-26, 44137 Dortmund statt.
Die Teilnehmer(innen) sind im Tagungshaus in Einzelzimmern mit Dusche/WC untergebracht.

Kosten
Die Kursgebühr beträgt 2950,- €.

Tagungspauschalen
Zusätzlich zur Kursgebühr werden folgende Kosten fällig:
Verpflegung 479,- / Übernachtung 679,-.

Die Übernachtung im Tagungshaus wird mit der Anmeldung für die gesamte Weiterbildung verbindlich gebucht. Die Buchung ohne Übernachtung ist nur für alle Seminarmodule möglich. Die Buchung ohne Tagungspauschale ist nicht möglich.

Inhaltliche Fragen richten Sie bitte an Johannes Schnurr (johannes.schnurr@isa-muenster.de)

Organisatorische Fragen richten Sie bitte an Katrin Pöhler
(katrin.poehler@isa-muenster.de)




Workshop / Aktivitäten
  • 12.06.2018, 12:30 Uhr - 18:00 Uhr (Dienstag)
  • 13.06.2018, 09:00 Uhr - 17:00 Uhr (Mittwoch)
  • 14.06.2018, 09:00 Uhr - 13:00 Uhr (Donnerstag)
  • 17.09.2018, 12:30 Uhr - 18:00 Uhr (Montag)
  • 18.09.2018, 09:00 Uhr - 17:00 Uhr (Dienstag)
  • 19.09.2018, 09:00 Uhr - 13:00 Uhr (Mittwoch)
  • 26.11.2018, 12:30 Uhr - 18:00 Uhr (Montag)
  • 27.11.2018, 09:00 Uhr - 17:00 Uhr (Dienstag)
  • 28.11.2018, 09:00 Uhr - 13:00 Uhr (Mittwoch)
  • 05.02.2019, 12:30 Uhr - 18:00 Uhr (Dienstag)
  • 06.02.2019, 09:00 Uhr - 17:00 Uhr (Mittwoch)
  • 07.02.2019, 09:00 Uhr - 13:00 Uhr (Donnerstag)
  • 01.04.2019, 12:30 Uhr - 18:00 Uhr (Montag)
  • 02.04.2019, 09:00 Uhr - 17:00 Uhr (Dienstag)
  • 03.04.2019, 09:00 Uhr - 13:00 Uhr (Mittwoch)

Legende:

freie Plätze
wenige Plätze frei
ausgebucht (Warteliste möglich)
Kurs läuft bereits oder ist nicht online buchbar. Rufen Sie an.